Haithabu Wikinger Grab 318

© dpaAus der ehemaligen Wikinger Siedlung Haithabu bei Schleswig gibt es interessante Neuigkeiten. Nach dem Zwangsstopp bei den Ausgrabungen zu Beginn des 2. Weltkrieges und jahrzehntelanger Pause graben und forschen Archäologen dort wieder weiter.

Ein spektakulärer Schmuckfund im „Grab 318“ in Haithabu lässt vermuten, dass dort eine sehr wohlhabende Wikinger Frau bestattet wurde. Aus der Art der Bestattung in ost-westlicher Richtung schließt man, dass diese Wikinger Frau bereits christianisiert war.

Heidnische Grabstätten sind von Norden nach Süden ausgerichtet. Der Schmuckfund besteht aus vier verzierten Goldperlen sowie zwei goldenen Anhängern mit einem Amethyst sowie einem Bergkristall.

Es liegt die Vermutung nahe, dass das Gold aus Münzgold stammt und die Fundstücke vor Ort angefertigt wurden. Der Bergkristall dürfte durch rege Handelsbeziehungen aus den Alpen in die Wikinger Siedlung gekommen sein. Vermutlich waren die Perlen und Anhänger zu einem Collier auf einem Leder- oder Textilband verarbeitet, von dem nichts erhalten ist.

Der Materialwert ist nicht sehr groß, aber kulturhistorisch sind diese Funde äußerst wertvoll. Gold hatte zur Zeit der Wikinger ungefähr den zehnfachen Wert von Silber. Es war äußerst selten. Daher vermutet man, dass die in dem Grab bestattete Frau eine reiche, einflussreiche Wikingerin aus dieser Zeit war, die im 10. Jahrhundert gelebt hat.

Nach dem interessanten Schmuckfund wird von den Archäologen alles akribisch gesichtet. Schicht für Schicht wird abgegraben und durch ganz feine Siebe gesiebt. Es gibt viele kleine Fundstücke, aus denen die Forscher erhoffen, Rückschlüsse auf die Lebensgeschichte der Frau ziehen zu können. Neben anderen Funden hoffen die Wissenschaftler auch auf Skelettreste, um DNA und Isotopen-Analysen von den Menschen der damaligen Zeit vornehmen zu können. Diese Ausgrabungen gehören zu den Wichtigsten aus der Wikingerzeit. Um 1066 wurde die Wikinger-Stadt von Slawen zerstört.

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