Jomsborg Wikinger

Jomsborg Wikinger
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In scharfem Gegensatz zu den Wikingern, die sich dem friedlichen Geschäft des Handels verschrieben hatten, standen jene Gemeinschaften oder Gruppen von Wikingern, die sich einzig und allein den Kriegskünsten widmeten.

Solche Gruppen bestanden in gewissem Sinne aus Super-Kriegern, bei denen Gewandtheit und Mut im Umgang mit den Waffen oberstes Gebot war und die sich durch strenge Treueeide einander verpflichteten. Land zu erobern, hatten sie kein Interesse.

Sie waren ausschließlich Kämpfer, und zwar außerordentlich wilde, und sie zogen dorthin in den Kampf, wo ihnen der höchste Lohn winkte.

Dazu zählte auch eine bemerkenswerte, etwas legendäre Gemeinschaft, die im zehnten Jahrhundert als Jomsborg-Wikinger oder Jomswikinger bekannt wurde.

Ihr Leben war dem Kampf geweiht

Ihr Leben war dem Kampf geweiht, und sie kümmerten sich nicht immer darum, wer ihre Gegner waren. Oft verdingten sie sich dem meistbietenden als Söldner, und so waren sie einmal die Verbündeten der Schweden, dann der Dänen und wieder einmal die der Norweger. Die Jomswiking-Saga berichtet: “Sie zogen aus und führten in verschiedenen Ländern Krieg, machten sich einen Namen und wurden für die gewaltigsten Krieger gehalten.”

Die Tollkühnheit und den Wagemut der Jomswikinger zeigt ein berühmter Vorfall: Als König Harald starb, lud sein Nachfolger Sven Gabelbart die Jomsborg-Wikinger samt ihrem Anführer Sigvaldi ein, Dänemark zu besuchen und an einem Festmahl zu Ehren des verstorbenen Königs teilzunehmen.

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Waräger Wikinger

Waräger Wikinger
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Die als “axttragende Barbaren” bekannte Warägergarde wurde – wie die Jomswikinger – nach Körpergröße, Stärke und Waffengeübtheit ausgewählt. Da sie eine andere Sprache hatten, meinte der byzantinische Kaiser, dass sie nicht in die Intrigen seiner häufig rebellierenden Untertanen verwickelt würden.

Die Mitglieder der Garde waren an den Kaiser und untereinander durch Treueide gebunden, und diese Eide wurden durch eine hohe Bezahlung verstärkt.

Die Warägergarde besaß die höchsten Vorrechte in Konstantinopel. Ihre Mitglieder waren in elegante weiße Waffenröcke gekleidet und trugen goldene Gürtel und Armreifen.

Sie wurden in Gold entlohnt, und einmal im Jahr durften die Offiziere durch das kaiserliche Gemach gehen und so viele kostbare Gegenstände mitnehmen, wie sie tragen konnten.

Russische Wikinger

Mit der Zeit wurde die Warägergarde zum Anziehungspunkt für alle russischen Wikinger, denn der Dienst im Palast des Kaisers bot einem Mann die Möglichkeit, Auszeichnungen, Reichtum und Ruhm zu gewinnen. Für eine entsprechende Belohnung hätten sie gegen jedermann und jeden Feind gekämpft. Ihre genaue Anzahl ist zwar nicht bekannt, aber es wird berichtet, dass eine Gruppe von 6000 ausgewählten Wikingern aus Kiew im Jahre 988 in Konstantinopel eintraf, um den Kern dieser angesehenen Truppe zu bilden.

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Berühmte Wikinger

Berühmte Wikinger
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Kollo (860—931)

wurde der erste Wikinger-Herzog der Normandie. Eigentlich hieß er Rolf der „Geher”, weil er so lange Beine hatte, dass sich kein genügend großes Pferd für ihn fand.

Zehn Jahre lang kämpfte und raubte er in Frankreich, dann bot König Karl der Dicke ihm Land zum Siedeln an. Dafür verteidigte er Frankreich gegen alle anderen Skandinavier. 912 wurde er Christ. Wilhelm der Eroberer gehörte zu seinen Nachkommen.

Hakon I. (915-960)

war der erste christliche König von Norwegen. Am Hofe des Königs Athelstan von England erzogen, kehrte er 935 nach Norwegen zurück und forderte den Thron für sich. Er führte das Christentum ein und schaffte durch die Gründung von Things in ganz Norwegen Recht und Ordnung. 960 fiel er im Kampf.

Harald Blauzahn (?—986)

war König von Dänemark. In den späten 950er Jahren griff er Norwegen an. Anfangs wurde er von König Hakon geschlagen; 960 tötete er jedoch seinen Rivalen und wurde König von Dänemark und Norwegen. Zu seinem Unglück griffen ihn 974 die Heere des deutschen Kaisers Otto II. an. Kurz darauf wurde Harald Blauzahn von seinem ehrgeizigen Sohn Swein Gabelbart gestürzt. 986 starb er im Exil.

Swein Gabelbart (986-1014)

war einer der mächtigsten Könige von Dänemark. Er vertrieb die Deutschen aus Jütland und überfiel seine Nachbarn in ständigen Raubzügen. 994 beteiligte er sich an einem Großangriff auf England. In der Schlacht von Svolder im Jahre 1000 besiegte und tötete er den norwegischen König Olaf Tryggvason. Nach dem Massaker am St. Brice-Tag (1002) verbrachte Swein die meiste Zeit in England. 1014 starb er in Gainsborough.

Olaf Tryggvason (968-1000)

war als Norwegerkönig berühmt durch seine Angriffe auf England. 994 überfiel er zusammen mit Swein Gabelbart London, aber ohne Erfolg. Er trat zum Christentum über und wurde zum König von Norwegen gekrönt. Er bemühte sich, sein Volk zum Christentum zu bekehren, jedoch vergeblich. Unglücklicherweise geriet er mit Swein Gabelbart in Streit und wurde in der Schlacht von Svolder (1000) getötet.

St. Olaf (7-1030)

herrschte nach dem Tode von Swein Gabelbart (1014) in Norwegen. 1016 wurde er als König akzeptiert; er widmete sich der Aufgabe, sein Volk zum Christentum zu bekehren. 1026 wurde er in der Schlacht vom Helgefluß besiegt. 1028 drang Knut in Norwegen ein, und Olaf floh nach Russland. Er starb als Held in der Schlacht von Stiklestad.

Knut der Große – oder Canute – (1014-1035)

war wahrscheinlich der größte der Wikingerkönige. Er setzte in England das Werk seines Vaters Swein Gabelbart fort und wurde 1017 König. Er sorgte zu seinen Lebzeiten dafür, dass die Angelsachsen und Wikinger in England friedlich miteinander auskamen und erließ viele weise Gesetze. 1030 in der Schlacht von Stiklestad schlug er König Olaf II. von Norwegen und wurde selbst König von Norwegen. Nach seinem Tode brach sein Reich infolge der Regierungsunfähigkeit seiner Söhne auseinander.

Harald Hardrada (1015-1066)

nahm an der Schlacht von Stiklestad teil und erlebte mit, als der König, sein Halbbruder, fiel. Er floh nach Russland und schlug sich in den Mittelmeerraum durch. Dort lebte er anfangs als Seeräuber und später als Mitglied der byzantinischen Kaisergarde. 1047 kehrte er nach Norwegen zurück und forderte die Krone. Aber erst nach vielen Jahren wurde er von allen Norwegern anerkannt. Als Anführer eines Kriegszuges nach England gegen Harald Godwinson fiel er 1066 in der Schlacht von Stamford Bridge.

Erik der Rote (7-1000)

stammte aus Südwestnorwegen, wurde aber wegen Totschlags geächtet. Er segelte nach Island und gründete dort eine Siedlung. Doch wieder wurde er wegen Mordes verbannt. Als ihm Island und Norwegen verschlossen waren, beschloss er, nach Westen zu segeln und ein Land zu suchen, das vor fünfzig Jahren ein Seefahrer namens Gunnbjorn gesichtet hatte.

982 erreichte Erik ein gewaltiges felsiges Land. Die nächsten drei Jahre erforschte er dessen Küsten. Dann kehrte er nach Island zurück und suchte eine Schar von Siedlern zusammen. 986 führte er eine Flotte von 25 Schiffen nach, wie er es nannte, „Grünland”. Das war der Anfang einer blühenden Kolonie. Erik bewirtschaftete einen reichen Bauernhof in Brattahild in Südwest-Grönland.

Leif Eriksson (um 970-7)

war der älteste Sohn Erichs des Roten. Um das Jahr 1000 beschloss er, auf die Suche nach einem geheimnisvollen Land zu gehen, dass 986 von einem Isländer namens Bjarni gesichtet worden war. So entdeckte er Helluland (das heutige Baffinland), Markland (Labrador) und Vinland (Neufundland). Nach Grönland zurückgekehrt, erfuhr er, dass sein Vater gestorben war. Er gab die Seefahrt auf und übernahm den Familienhof in Brattahild.

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Berserker

Berserker
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In vielen europäischen Sprachen spiegelt sich die Zeit wider, in der die Wikinger Macht oder Einfluss ausübten. Zahllose Ortsnamen sind ganz oder teilweise erhalten geblieben, viele Begriffe übernommen worden. Schlimme Assoziationen weckt das Wort Berserker – und das mit gutem Grund.

Um gegen ihre Feinde, sei es zu Hause oder bei geplanten Überfällen, bestehen zu können, mussten wikingische Anführer oft die Dienste einer besonderen Kaste von Kriegern in Anspruch nehmen, die sich in Tierfelle kleideten und Berserker oder Bärenhaut- Gewand genannt wurden.

Die Berserker waren Anhänger Odins, des Gottes der Krieger und Verzückten; sie gehorchten dessen Befehl, auch wenn es die heiligen Bande der Familie zu missachten bedeutete, und stürzten sich rasend in die Schlacht. Den Sagas nach stießen sie gellende Schreie aus und stürmten, zuweilen sogar nackt, ihren Feinden entgegen, ohne Schmerz und Verletzungen zu empfinden.

Wild wie Hunde oder Wölfe

„Wild wie Hunde oder Wölfe”, schrieb ein Historiker im 13. Jahrhundert, „bissen sie in ihre Schilde; stark waren sie wie Bären oder Keiler; sie schlugen Männer nieder, doch kein Feuer, kein Stahl konnte sie verletzen.” Sicher ein Zustand, zu dem halluzinogene Substanzen beitrugen. Einige Legenden über die Berserker klingen übertrieben, aber zeitgenössische Berichte und Abbildungen liefern einen fundierten Einblick in ihr Verhalten.

Aus zuverlässigen literarischen Quellen ergibt sich, dass die Berserker zwar für den Kampf und als Leibwache unentbehrlich waren, ihr labiles Verhalten sie jedoch zur Gefahr werden ließ. In der Tat schildern manche Sagas sie als ein ständiges Ärgernis, das zu beseitigen es des jeweiligen Titelhelden bedurfte.

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