Wikinger auf den Färöer Inseln

Wikinger auf den Färöer Inseln
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Auf ihrem Weg nach Nordamerika benutzen die Wikinger die Inseln im Nordatlantik quasi als Zwischenstationen. Von den Shetlands ging es weiter zu den Färöern und dahinter lag schon Island. Auf den Färöer Inseln (Inselgruppe zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island) mussten die Wikinger feststellen, dass schon andere vor ihnen da waren.

Es ist nicht bekannt, ob sie noch lebende Menschen angetroffen haben; man vermutet, dass sie die Behausungen ihrer Vorgänger abgerissen und neue darüber gebaut haben.

Von den ersten Siedlern ist fast keine Spur geblieben. Eine Gruppe von Archäologen von der britischen Durham University haben jedoch etwas gefunden, dass auf die Anwesenheit von Menschen lange vor Ankunft der Wikinger hinweist – verkohlte Gerstenkörner. Gerste ist auf den Färöern nicht heimisch – also muss sie jemand nach Á Sondum auf der Insel Sandoy gebracht haben.

Die archäologischen Schichten sind in Á Sondum rund drei Meter dick. Mindestens zweimal lebten Menschen hier in der Bucht. Einmal von der Mitte des vierten bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts und dann noch einmal von späten sechsten bis zum späten achten Jahrhundert.

Reste eines Wikinger Langhauses

Am Boden der Schichten liegen die Reste eines Wikinger Langhauses, die obersten Lagen sind Müllhaufen aus dem 19. Jahrhundert. Anhand einer dünnen Abfallschicht neben dem Haus und verkohlten Getreidekörnern aus dem Herdfeuer konnte das Gebäude datiert werden. Es stammt aus dem neunten Jahrhundert – die Wikinger bauten es kurz nach ihrer Ankunft auf den Färöern.

Ältere Gerstenkörner wurden beim Durchsieben des Erdreichs um das Haus gefunden. Hier stieß man auf mehre Flecken von Torfasche, in denen die Körner lagen. Um weitere Erosion zu verhindern und das sandige Erdreich fruchtbarer zu machen hatte man Asche aus dem Herdfeuer über den Boden gestreut. Die Gerstenkörner waren zufällig ins Feuer gefallen und  darin verkohlt.

Keine Zwischenstation auf längeren Reisen

Der Fund zeigt, dass die Besiedlung in Á Sondum keine Zwischenstation auf einer längeren Reise oder eine Notunterkunft war. Der Topf stammte von den Färöern selber. Um daraus Brennstoff zu gewinnen muss man ihn nicht nur stechen, sondern auch trocknen. Dieser Prozess nimmt mehrere Monate in Anspruch. Keiner, der nur mal kurz übernachten will wird sich eine Torfreserve anlegen. Die Färöer betrachten sich als eigenständiges Volk; sie sprechen die färöische Sprache, die mit dem Isländischen und dem Norwegischen verwandt ist.

Wikinger auf den Färöer Inseln 4.50/5 8

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