Wikinger Archäologie | NORWIK

Gotland – Münzen Wikingerzeit

Zwei schwedische Brüder haben bei der Feldarbeit auf der Ostseeinsel Gotland über tausend Jahre alte Münzen aus der Wikingerzeit gefunden.

Zuerst trafen sie auf eine alte arabische Münze, dann folgten weitere Münzen und Halsbänder. Laut Auskunft des Gotland-Museums in Visby stammen die Fundstücke aus der Zeit als die Wikinger auf der Insel Gotland herrschten.

Gotland ist nicht weit vom schwedischen Festland entfernt. Im Mittelalter wurde auf der Kalkstein-Insel starker Ostseehandel betrieben. In der Stadt Visby waren unter anderem auch die Wikinger stark im Handel vertreten, obwohl sie in der Geschichtschreibung eher als Plünderer dargestellt werden.

Aufgrund der Tatsache, dass die Stadt den mittelalterlichen Charakter der Hansezeit bewahrt hat, wurde Visby 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Seit 1984 finden jedes Jahr im August die Medeltidsveckan (die Mittelalter-wochen) statt, an denen Living-History-Darsteller aus ganz Europa teilnehmen.



Wikingerlager Peenemünde

Seit 1995 wird jährlich zu Pfingsten in Peenemünde, welches zum Anliegen einen besonderen historischen Bezug hat, das „Wikingerlager“ veranstaltet.

Im Mittelpunkt steht das Miterleben der Lebensweise und des Brauchtums der Nordmänner und -frauen vor 1000 Jahren.

Wikingerlager Peenemünde
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Wikingerfans bauen ihre Zelten auf, die genauso wie ihre Kleidung und Gebrauchsgegenstände originalgetreu nachgestaltet sind. Waffenschmiede, Holz- und Hornschnitzer, Runenschreiber und „wilde Berserker“ zeigen ihr Können; auch Wikingermaids sind beim Weben, Kochen oder Bogenschießen zu beobachten.

Auf echten Islandpferden, einst die treuen Begleiter der Wikinger, können Ausritte unternommen werden. An den Abenden kann man sich am Lagerfeuer mit den Wikingern, eventuell bei Lurenklängen, in eine romantische Stimmung verzaubern lassen, wobei Klönen bei Met und Julbier und deftiges Essen von Wildbret und Fladenbrot und anderen kulinarischen Genüssen aus „Odins Küche“ nicht zu kurz kommen.

So etwa sieht das Programm aus, was jährlich natürlich variiert. Ein besonderer Höhepunkt ist es, wenn der Nachbau eines Wikingerschilfes, wie die „Wiking Saga“, an Land aufgebockt die Besucher magnetisch anzieht.

Runenstein Einweihung

Aus Anlass des ersten Lagers wurde auf dem Peenemünder Sportplatz ein „Runenstein“ eingeweiht. Ein größerer Granitfindling aus der Nähe von Peenemünde wurde herantransportiert und Lutz Mohr mit der Gestaltung beauftragt.

Aus dem heute bekannten drei Hauptvarianten der Runenalphabete („Futhark“ oder „Futhorik“) -Gemeingermanisches oder Älteres Futhark, angelsächsisches Futhark in England, Wikinger- oder Jüngeres Futhark in Nordeuropa seit 800 – fiel die Entscheidung zugunsten des Wikinger-Alphabets mit 16 Runen.

Als Runeninschrift wurde die nordische Bezeichnung „Fuznan“ (Insel Usedom) und „Jomsbork“ (Jomsburg, Seeburg) ausgewählt.» Da es damals üblich war, dass der „Runenmeister“, also der Bearbeiter des Steines, seine Initialen mit einritzte, geschah dies auch hier LM. Nur in den seltensten Fällen wurde hingegen das Datum vermerkt.

Tausendjähriges Landesjubiläum

Zu Ehren des tausendjährigen Landesjubiläums der ersten Erwähnung von Mecklenburg wurden die römischen Ziffern „CMXCV-MCMXCV“ zusätzlich eingemeißelt. Der „Runenstein“ von Peenemünde ist zwar kein echtes historisches Zeugnis aus der turbulenten Zeit der Wikinger, aber auch als Nachbildung beachtenswert.

Leider wurde bisher noch kein echter Runenstein auf dem Boden von Mecklenburg -Vorpommern gefunden. In den skandinavischen Ländern schätzt man ihre Zahl auf etwa 3000. Auch in Russland, England, auf den Färöern, auf Grönland und in den USA (hier umstritten) sind sie zu finden In Deutschland sind es ihrer fünf.



Harald Blauzahn Wikingerschatz

Im Besitz des Kulturhistorischen Museums Stralsund befindet sich ein berühmter Wikingerschatz (Harald Blauzahn), aus edlen Metallen in besonderer Eigenheit und vollkommener Schönheit als Meisterwerk der wikingischen Goldschmiedekunst erschaffen.

Harald Blauzahn Wikingerschatz
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Es könnte sich hierbei um einen Teil des Kronschatzes des dänischen Wikingerkönigs Harald Blauzahn handeln.

Sein Sohn Sven Gabelbart, „Zwiebelbart“ genannt, besiegte seinen Vater 985/86 in der „Seeschlacht von Helgenes“ (vermutlich bei Bornholm). Auf der Flucht nach Pommern versteckte der Entthronte diesen Schatz wahrscheinlich auf Hiddensee. Wem der Schatz einstmals wirklich gehört hat, ist genauso unsicher, wie die Umstände des Fundes.

Sturmflut am 13.November 1872

Nach der großen Sturmflut am 13.November 1872 wurden -nach der allgemeinen Darstellung – an der sandigen Außenküste von Neuendorf die ersten Teile gefunden; die noch fehlenden Stücke gab die Flut von 1874 frei. Das Kunstwerk enthält aber nicht die geringsten Schleifspuren, obwohl es eine Filigran- und Granulationsarbeit von feinster Art ist.

Sagen und Gerüchte

In der Nähe des Fundortes strandete bei der Flut der schwedische Schoner „Klara Karl“, der total geplündert und ausgeraubt wurde. Soll von daher der Schatz als Diebesgut kommen? Wie gelangte dieser jedoch auf das von New York kommende Schiff? Eine reiche Palette von Sagen und Gerüchten umrankt die Geschichte!

Der einwandfreie Erhalt der Kostbarkeit sei durch die gute Umhüllung möglich gewesen. Sollten die Schmuckstücke angeschwemmt worden sein, waren sie wohl verpackt in einem Tonkrug. Nur dadurch sei es auch zu erklären, dass nicht alle Stücke gleichzeitig gefunden wurden. Erst als der Wellenschlag nach zwei Jahren den Krug endgültig zerbrach fanden sich die letzten Teile an.