Die Götter Der Wikinger | NORWIK

Freyr

In der nordischen Götterwelt ist Freyr der Bruder von Freya und Sohn des Njörd. Freyr entspringt einer inzestuösen Verbindung vermutlich zwischen Njörd und dessen Schwester Nerthus.

Freyr
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Freyr zählt zum Geschlecht der Wanen und kommt nach dem Wanenkrieg als Geisel zu den Asen. Er war bei den Germanen einer der bedeutendsten Götter: Freyr war Gott des Himmelslichts, Gott des Wohlstands, des Friedens und der Fruchtbarkeit.

Sein Reittier heißt Gullinborsti, dazu lenkt er das Zauberschiff Skidbladnir. Dieses Schiff fährt stets unter vollen Segeln mit dem Wind, wobei es egal ist, in welche Richtung gefahren werden soll: Die Winde passen sich der Richtung der Fahrt an.

Wie seine Schwester Freya war auch Freyr unter verschiedenen Namen bekannt, unter Anderem als Fro, Fre oder Frey. Im angelsächsischen Raum könnte Freyr als der Gott Skeaf agiert haben.

Der Legende nach war Freyr zunächst mit seiner Schwerster verheiratet, verliebte sich dann aber in die schöne Gerd, Tochter des Gymir. Aus der Ehe geht Sohn Fjölnir hervor, der zu einem der sagenhaften Könige Schwedens wurde.

Sein Freund Skirnir übernahm die Brautwerbung, wofür Freyr ihm sein Schwert lieh. Dieses erhielt er nicht zurück, – mit fatalen Folgen: In der Götterdämmerung wird berichtet, Freyr sei waffenlos zum letzten Kampf angetreten und als erster der Götter gefallen.

In Uppsala soll Freyr ein Fruchtbarkeitstempel geweiht gewesen sein.



Loki

In der Mythologie der Wikinger gehörte Loki zum Göttergeschlecht der Asen. Allerdings war er nicht von Geburt ein Ase, sondern stammte von dem Riesengeschlecht ab.

Loki
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Seine Eltern waren erbitterte Feinde der Asen, doch dank der Sympathie des nordischen Hauptgottes Odin erhielt Loki über den Weg der Blutsbrüderschaft eine wichtige Position in der Asen-Familie.

Loki profilierte sich als überaus listenreicher, manipulativer und verschlagener Charakter, der skrupellos sein eigenes Interesse unbeachtlich der verheerenden Schäden für andere Asen oder für die Menschen verfolgte.

Dabei setzte er als Urtypus des Tricksters und Ränkeschmieds auch seine Fähigkeit des Gestaltwandelns ein.

Die von Loki herbeigeführte Tötung des Lichtgottes Baldur leitete den Untergang der Wikinger-Götterwelt ein. Während des vernichtenden Krieges („Ragnarök“) zwischen Asen und Riesen fällt der auf Seite der Riesen stehende Loki im Kampf.

Für die alten Wikinger war der intrigante Loki die Verkörperung schlechter Eigenschaften. Lediglich die ihm zugeschriebene Erfindung des Fischernetzes galt als positiv.



Odin

Die Quelle, in der die Stellung Odins am deutlichsten wird, stellt die Prosa-Edda des Snorri Sturluson dar. Jener Isländer schrieb zu Anfang des 13. Jahrhunderts, als Island schon über 200 Jahre lang christlich war und das Wissen über heidnische Traditionen nicht bedeutete, dass man an sie glaubte.

Odin
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Snorri sagt: „Odin ist der höchste und älteste der Götter; er beherrscht alle Dinge, und wie machtvoll die anderen Götter auch sein mögen, sie dienen ihm alle, wie die Kinder ihrem Vater . . .

Odin nennt man den All-Vater, weil er der Vater aller Götter ist; er heißt auch Walvater, weil alle, die in der Schlacht fallen, seine auserwählten Söhne sind. Walhall ist ihnen gewiss.” Das Wort valr, die erste Silbe von Walhall und Walvater (und Walküre) bedeutet „die Erschlagenen” und bezieht sich auf die in der Schlacht Gefallenen.

Snorri zählt auch die Namen auf, unter denen Odin bekannt ist, diese Liste stammt aus dem Gedicht Grimnismäl. Zu diesen Namen zählen auch „Gott der Erhängten”, „Helmträger” und verschiedene andere, die mit Kampf und Tod zu tun haben.

Die Tiere des Odin sind jene, die man mit Leichen füttert, die Raben und die Wölfe, obwohl seine Raben Huginn und Munnin – Gedanke und Erinnerung – sich auf seine andere Rolle als Gott der Weisheit beziehen.