Städte Siedlungen Der Wikinger | NORWIK

Städtegründungen in der Wikingerzeit

Seit Beginn der Wikingerzeit wuchs das Interesse der Könige am Handel als Quelle des Steuereinkommens zur Gründung und Förderung von Städten.

Städtegründungen in der Wikingerzeit
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Die Gründung neuer Städte war eine wichtige Aufgabe im Skandinavien der späten Wikingerzeit. Sie waren nicht nur Märkte, sondern auch Zentren von Kirche und Verwaltung.

Ein deutliches Beispiel in Schweden bildet Sigtuna, die Nachfolgerin Birkas hinsichtlich seiner Aufgaben als Binnenhandels- und Handwerkszentrum; denn hier gründete man eine königliche Münzanstalt und einen Bischofssitz.

In ähnlicher Weise trat Schleswig an die Stelle von Haithabu. Ärhus, Viborg, Älborg und Roskilde in Dänemark sind Gründungen der Wikingerzeit. In Norwegen stellten Bergen, Trondheim (oder Nidaros, wie es damals hieß) und Oslo Gründungen der Endphase dieser Zeit dar.

Lund in Südschweden (damals dänisch) scheint in vieler Hinsicht typisch für diese Städte der späten Wikingerzeit. Hier machte Knut der Große um 1020 aus einer kleinen Siedlung eine Stadt als lokalem Zentrum für Handel und Gewerbe. Sie hatte enge Straßen und Häuser aus lehmverschmierten Flechtwänden, aber man fand bei Ausgrabungen auch ein Haus des Trelleborg-Typs.

Man hatte es im 11. Jahrhundert durch eine Stabkirche an gleicher Stelle ersetzt. Ein großer steinerner Dom folgte um 1080 einer anderen hölzernen Kirche von 1060 (die wohl vorher als Kathedrale gedient hatte). Lund wurde Sitz des ersten Erzbischofs in Skandinavien.

Die Stadt Lund in Schonen wurde etwa 1020 von Knut dem Großen gegründet. Umfangreiche Ausgrabungen haben einen Teil ihrer Geschichte in der späten Wikingerzeit enthüllt: An einer Stelle Riss man einige Gebäude (darunter ein Haus mit bogenförmigen Seitenwänden) ab, um hier im 11. Jahrhundert eine Stabkirche zu bauen.



Wikingerstadt Haithabu

Die Wikingerstadt Haithabu (Heide), gegründet um 770. nach Christus, in Nord-Deutschland bei Schleswig-Holtstein, war ein Machtzentrum der Wikinger und eines der heutigen bedeutendsten Denkmäler der Wikinger Zeit. Sie war die erste Stadt der Wikinger.

Wikingerstadt Haithabu
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Die besondere Architektur der Stadt ermöglichte das Zusammenleben von vielen Menschen auf einer sehr kleinen Fläche. Dabei schützte eine große Stadtmauer die in der Stadt, in dem Handelszentrum befindlichen Waren. Zu jener Zeit war Haithabu die älteste und größte Stadt in Nord-Europa.

Diese Wikinger Stadt, Städte brachte vielen Wikinger und anderen Bürgern Macht und Reichtum. Die Umliegenden Städte an der Ostsee-Küste mußten sich Haithabu unterwerfen. Menschen aus ganz Europa lebten in Haithabu denn die Wikinger hatten verschiedene Ethnische Ursprünge.

Die Stadt selbst, stellt für die Wikinger einen Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft da. Aus Bauern wurden zu jener Zeit Händler und aus dem eher Ländlichen Leben wurde nun ein Städtisches.

Haithabu spielte eine wichtige Rolle beim Handel mit Waren. Auch war die Stadt ein Zentrum von Religionen und Kulturen. In ihrer Blütezeit, im 10. Jahrhundert, hatte Haithabu etwa 1500 Einwohner. Die Mehrheit der hier lebenden Menschen hatte mit dem Handel zu tun.



Wikingersiedlung an der Peene

Jahrhundertealt sind die Bemühungen der Archäologen, um bei ihren Ausgrabungen einen schlüssigen Beweis dafür zu finden, dass auf dem heutigen Territorium von Mecklenburg-Vorpommern eine dauerhafte und größere Siedlung der Wikinger bestand.

Wikingersiedlung an der Peene
© Seelenvoll-Fotografie by Steph Anie

Die Halbinsel Wittow auf der Insel Rügen, die sich mit der einstigen Tempelfeste Arkona und dem Kampf der Ranen gegen die Wikinger förmlich dazu anbot, erbrachte nicht den erwarteten Erfolg.

Alten Hinweisen nachgehend, wurden in Menzlin, einem Ort in der Peeneniederung bei Anklam, von 1965 bis 1969 Grabungen durchgeführt. Auf einem sandigen, bewaldeten Höhenzug fanden sich Spuren eines frühalterlichen Siedlungsplatzes, die auf die gleichzeitige Anwesenheit von Slawen und Wikingern an diesem Ort hindeuteten.

Danach bestand hier vom 8. bis zum 10. Jahrhundert eine gemeinsame Siedlung. Als Krieger und zugleich geschickte Händler bildeten die Wikinger die soziale Oberschicht, während die im Handwerk und Ackerbau tätigen Slawen dafür die wirtschaftliche Grundlage schufen.

Die Ethnisch gemischte Siedlung Menzlin

Die ethnisch gemischte Siedlung Menzlin fand ein jähes, noch heute ungeklärtes Ende. Möglicherweise waren es die auf den Odermseln ansässigen Jomwikinger, die bei einem ihrer Piratenzüge auch Menzlin zerstörten. Die einheimischen Männer wurden getötet, worauf die durch die Archäologen rechnerisch ermittelten 850 Gräber das Indiz sein könnte.

Die Wikingerfrauen hingegen müssen überlebt haben. Sie verbanden sich offenbar mit den Männern aus der slawischen Nachbarschaft. Die einheimischen Mannen, die die Sitten ihrer nordischen Frauen annahmen, bauten die zerstörte Siedlung wieder auf und erweckten sie zum kurzzeitigen Leben.

Nur so lassen sich die Bestattungen der Wikingerfrauen gemäß ihrer nordischen Riten in Steinschiffen, aber in slawischen Urnen, erklären.