Die Stile Der Wikinger | NORWIK

Mammen Stil der Wikinger

Der Mammen-Stil erhielt seine Bezeichnung nach den Mustern auf einer Axt, die man im Grab eines dänischen Wikingers fand. Auf der einen Seite befindet sich ein grobes Rankenmuster, auf der anderen die Maske eines Menschen und ein Vogelmuster. Den Kopf hat der Vogel über den Körper nach hinten geworfen, und seine ausgebreiteten Flügel bestehen aus verschlungenen Ranken.

Mammen Stil der Wikinger
© Del-Ink / Fotografie

Das Tier des Mammen-Stils entwickelte sich unmerklich aus dem des Jellinge-Stils. Beide zu unterscheiden ist schwierig und für die Übergangszeit wäre es ein Fehler, sie unterscheiden zu wollen. Allmählich wird der Tierkörper stattlicher, werden die Proportionen naturalistischer als bei seinen ausgemergelten Vorläufern und die spiralförmigen Hüftgelenke werden größer.

Entsprechend dem Wachsen des Körpers benötigt man mehr Muster, um ihn auszuschmücken: Auf dem schmächtigen Körper eines Tieres vom Jellinge-Stil gab es keinen Platz für mehr als eine einzige Reihe von Kerben oder Perlen.

Neuerungen in der Wikingerkunst

So wichtig diese Fortentwicklungen sind, so sind sie doch nicht bahnbrechend, und man ist versucht, den Mammen-Stil als eine Übergangsphase vom Jellinge-Stil zum nachfolgenden Ringerike-Stil abzutun. Sicher war der Mammen-Stil für höchstens zwei Generationen in Mode. Dennoch bringt er in einer wichtigen Hinsicht Neuerungen in die Geschichte der Wikingerkunst.

Der Broa- und der Borre-Stil waren nicht daran interessiert, mit Pflanzen, ihren Blättern oder ihren Ranken als Grundlage für Schmuckmotive zu arbeiten: Tiere und abstrakte Schnörkel genügten. Im Jellinge-Stil gab es eine Andeutung stämmiger Ranken als schmückende Anhängsel an Tierleibern. Im Mammen-Stil tauchen erstmals unverhüllt Blattmuster auf.

Der Mammen-Stil mit seiner außerordentlichen Liebe zum Detail eignete sich besonders für Schnitzarbeiten.



Der Wikinger Jellingstil

Jelling (Jellingstil / Tierstil – künstlerische Epoche der Wikingerzeit), ein kleiner Ort im Zentrum Jütlands hatte für die dänischen Könige des 10. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung – hier hielt man Hof und ließ sich begraben – insbesondere für König Gorm der hier im zehnten Jahrundert regierte.

Jellingstil Silberbecher
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Bei einem großen Grabhügel, in einer Grabkammer, deren Holz aus dem Jahr 958 /959 stammt wurde ein Silberbecher mit einer besonderen Ornamentik gefunden.

Die bandförmigen, kunstvoll ineinander verschlungenen Tierfiguren, der lange Schopf und das geöffente Maul im Profil sind typische Merkmale des Jellingstils.

Der Silberbecher

Man geht davon aus, dass die Grabkammer mehr “Schätze” oder Beigaben beinhaltete jedoch aber schon einmal geöffnet wurde. Das herausragendste Fundstück ist jedoch ohne Zweifel der schon eben genannte Silberbecher mit Verzierungen im Tierstil / Jellingstil.

Man vermutet, dass König Gorm der Alte und seine Frau Thyra in der Grabkammer bestattet wurden. Gorm gilt als Gründer der Dynastie von Jelling. Sein Sohn und Nachfolger ist kein geringer als Harald Blauzahn.