Wikingerzeitliche Spiele

Wikingerzeitliche Spiele
© Klaudia Karpińska / hrafnphotography.wordpress.com

Glücksspiele mit Würfeln kennt man seit der Antike, und es ist sicher, dass die Wikinger insofern keine Ausnahme waren, als auch sie auf diese Weise Zerstreuung und Nervenkitzel suchten. Die in wikingerzeitlichen Gräbern entdeckten Würfel sind oft groß und quaderförmig.

Man fand auch Spielbretter, u. a. ein doppelseitiges in dem Bootsgrab von Gokstad in Norwegen, sowie zahlreiche Figuren für Spiele, die Glück und Können erforderten.

Einige waren Setzspiele, ähnlich dem Mühlespiel, doch auch Verfolgungsspiele wie »Wolf und Schäfchen« wurden gespielt. Ein besonderer Typus eines taktischen Spiels, das man während der Wikingerzeit in ganz Skandinavien spielte, war als hnefatafl bekannt.

Schachspiel im frühen Mittelalter

Nach den zahlreichen Erwähnungen in den isländischen Sagas scheint es ein Spiel gewesen zu sein, das echtes Können erforderte, doch trotz allem überlebte es den Siegeszug des Schachspiels im frühen Mittelalter nicht. Die aus Walroßelfenbein geschnitzten Schachfiguren skandinavischer Herkunft, die auf der Insel Lewis auf den Hebriden gefunden wurden, gehören in das 12. Jahrhundert am Ende der nordischen Periode.

Die Regeln des hnefatafl sind nicht überliefert, doch Funde von Spielfiguren und die Kenntnis späterer Spiele deuten an, dass es von zwei Spielern gespielt wurde, die eine unterschiedliche Anzahl von Spielsteinen und verschiedene Spielziele hatten – ein König mit einem kleinen Heer wurde von einem größeren Heer angegriffen, das versuchte, den König in eine Ecke zu drängen.

Wettkämpfe

Aktivitäten unter freiem Himmel umfassten Wettkämpfe, bei denen man Kraft und Geschicklichkeit maß. Die Wichtigkeit des Übens mit Waffen führte selbstverständlich dazu, dass man sich im Fechten, Speerwerfen und Bogenschießen maß. Ballspiele wurden zum Vergnügen gespielt, und auch Zuschauer fanden Gefallen an ihnen. Pferdekämpfe waren ebenfalls beim Publikum beliebt – bei ihnen wurden besonders ausgewählte Hengste durch den Anblick und Geruch angebundener Stuten dazu angestachelt, miteinander zu kämpfen.

Dieser Sport wird oft in isländischen Geschichten erwähnt, da er häufig Anlass zu Streitigkeiten und Schlägereien zwischen den konkurrierenden Besitzern gab. Trotzdem konnte man natürlich auch allein Entspannung finden, beim Flötenspiel oder dem Schnitzen eines Stocks. Kinder hatten ihre Spielsachen; einige, die erhalten sind, wie etwa hölzerne Waffen und Spielzeugschiffe, zeigen, dass sie Situationen der Erwachsenenwelt nachspielten.

Vergnügen und ernsthafte Arbeit

Für die Erwachsenen gab es oft keine scharfe Trennlinie zwischen Vergnügen und ernsthafter Arbeit; Tiere jagte man als Nahrung – und zur Kurzweil, obwohl der Adel dafür schon damals mehr Zeit besaß. Die Jagd mit Falken war eine Beschäftigung, die der Aristokratie vorbehalten war. Wir wissen aus den Sagas, dass »Schwimmen und Brettspiel« Fähigkeiten waren, die einem jungen Jarl beigebracht werden sollten.

Spielfiguren wurden aus vielen Materialien und in allen möglichen Formen und Größen hergestellt, sowohl mit flacher Unterseite als auch mit einem Steckstift, zum Gebrauch auf verschiedenen Typen von Spielbrettern. Man hat in wikingerzeitlichen Gräbern Sätze von Spielfiguren einschließlich »Königen« gefunden. Diese unterschiedlichen Exemplare aus Glas, Knochen und Stein wurden in der schwedischen Stadt Lund ausgegraben.

Musikinstrumente

Unter den wenigen Musikinstrumenten die aus der Wikingerzeit erhalten geblieben sind, gibt es endgeblasene Flöten, wie die aus Sigtuna in Schweden. Sie ähneln den modernen Blockflöten und wurden aus den Beinknochen von Säugetieren oder Vögeln hergestellt. Sie hatten eine unterschiedliche Zahl von Löchern.

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