Met, Honigwein – Göttertrank der Wikinger

Der Araber Ibn Fadlan begleitete Wikinger auf ihren Reisen, und er war einer der ersten, der über ihre Sitten und ihren Lebensstil auf Grund eigener Erfahrungen berichtete. Ibn Fadlan hob die Vorliebe der Wikinger für alkoholische Getränke bzw. Met, den Göttertrank hervor, die ihm selbst als Muslim verboten waren.

Wikinger Met, Honigwein. Skal, Skol, Skål. Auf die Freiheit!

Mit dem Trank, den die Wikinger unter anderem zur „Bewusstseinserweiterung“ nutzten („halluzinogen im weitestem, heutiger Sinn“) und die Winterkälte vertrieben bzw. auch als „Nahrung“ nutzten, wird am häufigsten der Met genannt (süßer Trank, Äl, Ael, Bier). Die Wikinger haben diesen Honigwein aber keineswegs erfunden, dennoch findet er sich in der nordischen Mythologie. Zum Beispiel in der Edda (Heimdall, Grimnismal) oder Walhall, dort erfreuen sie sich am Met bzw. Ael, welches ihnen von den Walküren gereicht wird.


Alkoholische Getränke auf vergorener Honigbasis

Rezepturen für alkoholische Getränke auf Honigbasis gibt es in fast allen Kulturen auf allen Kontinenten. Met lässt sich relativ einfach herstellen und hat den Vorteil, dass sich zur Herstellung auch „einfache“ Honigsorten verwenden lassen, die für den Verzehr weniger gut geeignet sind.

Am besten sind für die Metherstellung helle Blütenhonigsorten wie Raps-, Akazien- oder Lindenblütenhonig. Verfahren zur Herstellung von Wein waren schon um 3500 v. Chr. den Ägyptern bekannt, die Herstellung von Met ist aber noch älter. So gut wie alle Völker und Kulturen, die über ausreichend Honig verfügten, kannten ähnliche Rezepturen der Alkoholherstellung. Honig war neben Salz ein bedeutendes Konservierungsmittel.


Der Met (Ael, Bier) und die Asen, Odin. Skalden Lieder, Nahtoderlebnisse

Die Verwandlung von simplen Honigwasser in ein hochwertiges Getränk sicherte Met einen Platz in der nordischen Mythologie. Odin brachte den Met (Bier) zu den Menschen um ihnen Weisheit zu geben. Wobei dies eher als Symbolik zu verstehen ist. Beziehungsweise es wohl eher mit der Jenseitsreise zu tun haben dürfte.

Von Schamanen wurde das Met (angereichert mit Kräuter, „halluzinogenen“) für Nahtoderlebnisse genutzt, beziehungsweise für das bewusste Verlassen des Körpers getrunken um in Kontakt mit den Ahnen oder Götter zu treten. Auch soll der Met den Skalden zu ihren Liedern als Inspiration gedient haben. Ebenfalls diente der Met den Wikinger als Erinnerungs-Trank zur Verbindung zwischen den lebenden und den toten. Aber auch als Toten- Bestattungs-Trank. Auch wurde der Met geweiht, bevor die Wikinger eine bitte an die Götter richteten. Man findet verschiedene Met-Segnungen, wie beispielsweise von Odin, Thor, Freyr oder Njörd.


Die „Methalle“ der Wikinger

Zu einer „standesgemäßen Wikingerbehausung“ gehörte auch eine „Methalle“, in der die Wikinger Met trinken und feiern konnten.

Das altnordische Epos der Edda widmet den Metgelagen der Wikinger und dem Kater am nächsten Morgen breiten Raum.

Honigwein war aber nicht bloß ein „Göttertrank“, der nordischen Stämme [Völker] sowie anderer Kulturen, sondern auch ein Alltagsgetränk, das weit ins Mittelalter hinein eine große Bedeutung hatte. Met wurde mit Wasser hergestellt, und trotz des Alkoholgehaltes war sein Konsum manchmal „gesünder“, als der von Wasser, das manches Mal aus „Abwasser“ stammte.

Die Bedeutung von Met als Alltagsgetränk

Die Bedeutung von Met als Alltagsgetränk für die Menschen blieb bis ins hohe Mittelalter erhalten. Erst als im Zuge der Rodungen seit dem 10. und 11. Jahrhundert immer größere Flächen urbar gemacht werden konnten und mit Gerste, Hopfen und Wein bepflanzt wurden, nahm die Bedeutung von Met ab.

In Nord- und Mitteleuropa wurde seit dieser Zeit mehr Bier getrunken, da die Herstellung von Bier weniger aufwändig und billiger war, als die von Met und anderen Getränken auf Honigbasis. Met wurde aber weiterhin getrunken.


Kräuterfrauen, Heiler, Hexen und das MetKräuterfrauen, Heiler & Met: Die Kirche und ihr kranker „Hexen“-Wahn

Met hatte in Mittel- und Nordeuropa nach wie vor eine bedeutende wirtschaftliche Bedeutung, und viele mittelalterliche Heiler bzw. Kräuterfrauen empfahlen Met als Getränk und Stärkungsmittel für Kranke und Schwangere.

Ebenso wurde es für heidnische Bräuche, Rituale, Feste genutzt. Mit der Zwangschristianisierung bzw. dem einsetzenden Wahn der Kirche (sie wussten was sie taten) wurden diese Kräuterkundigen Frauen (auch Männer) zu tausenden gnadenlos verfolgt und ermordet. Heute bekannt als „Hexenverfolgung“.

Das Wort „Hexe“ ist eine Erdichtung der Kirche. Ursprünglich waren diese Kräuterfrauen Heiler und Naturkundige Menschen. Diese Frauen und Männer waren in der damaligen Zeit hoch angesehen. Ohne diese Menschen hätte keine Kultur, Stamm, Sippe oder Gemeinschaft überlebt. Die Verunglimpfung „Hexe“ wurde von der Kirche geschaffen mit dem Ziel, diese Menschen gnadenlos zu verfolgen und zu töten (dies genauer auszuführen würde hier den Rahmen sprengen).

Aus der Bezeichnung „Agdistis“ hat sich die Bezeichnung „Hagedise“ entwickelt. Im deutschen wird dies aber fälschlich in „Heckenreiterin“ übersetzt. Das Wort „Hagadise“ teilt sich auf in „Hagia“ (die Heilige) und „Dise“ (das Göttliche). Im frühen Mittelalter wurde aus der „Hagia“ die „Hagsche“ und „Hagse“, was schon eine Abwertung war. Später dann die „Haxe“ oder „Häxe“ bzw. „Hexe“.

Die Ursprüngliche Bezeichnung, aus dem altdeutschen ist „Hagazussa“ (Zaunreiterin). Gemeint ist damit die Reiterin zwischen den Welten. Dem „hier“ und dem „Jenseits“. Menschen mit einem feinen Gefühl und Wissen, ein Gespür für die Natur. Heilkundig im Wissen um Pflanzen und Kräuter. Weise Frauen die sich um das körperliche, mentale Wohlergehen der Menschen kümmerten.


Griechen, Römer und der Met

Die antiken Griechen verwendeten Met gerne als Opfergabe. Die Römer nahmen Honig sehr gerne, um Wein damit zu süßen, und ein Mischgetränk aus Wein und Honig, dass die Römer „Mulsum“ nannten, genoss in der ganzen Antike große Beliebtheit.

„Ärzte“ wie Hippokrates von Kos und Galen von Pergamon kannten alkoholische Getränke auf Honigbasis und empfahlen sie bei einer Vielzahl von Beschwerden. Met und Honigwein wurde innerlich bei Magen- und Verdauungsproblemen angewendet und in Kombination mit verschiedenen Kräutern, Butter und Olivenöl als Salbe äußerlich bei Hautkrankheiten verwendet.

Süßstoff Honig, Zuckerrohr

Schon lange vor dem Mittelalter hatten alkoholische Getränke auf Honigbasis große Bedeutung in Europa. Honig war der einzige Süßstoff.

Erst durch die Feldzüge Alexander des Großen lernten Europäer Zuckerrohr kennen, und in der römischen Kaiserzeit benutzten manche reiche Gourmets Zuckerrohr aus Indien als „Zuckerstangen“.

Eine wirtschaftliche Bedeutung hatte Zuckerrohr aber nicht, erst in der frühen Neuzeit sollte sich das ändern.


Bilsenkraut als Met ZugabeBilsenkraut als Met-Zugabe

Unser heutiges stark gehopftes Bier verdankt seinen Namen dem Bilsenkraut, das Pilsner Bier. Bilsenkraut wurde häufig als „herba apollinaris“ bezeichnet, als Apollokraut.

Manche Historiker vermuten, dass es die Priesterinnen von bekannten Orakeln wie dem von Delphi einnahmen („halluzinogene“ Wirkung). Siehe „Die Hellsehen hervorrufenden Pflanzen“ von Dr. Christian Rätsch. Zitat: „Das Orakel von Delphi, bediente sich der Rauchschwaden verbrennenden Bilsenkrautes.“

Sicher aber ist, dass die krampflösenden Eigenschaften des Bilsenkrautes schon den antiken Heiler, Kräuterkundigen bekannt waren.

Bilsenkraut war Bestandteil vieler Heilsalben und anderer Anwendungen (vor der Zwangschristianisierung) und wuchs dann später in jedem Klostergarten. Nachdem die Kirche jene Menschen, die über dieses Wissen verfügten und gutes taten ermordet hatte. Verantwortlich dafür war der Dominikaner Orden (Hexenhammer), Papst innocence der „unschuldige“ (an dessen Hände das Leid, Blut von unzähligen und unschuldigen Menschen haftet).

Der Wirkstoff des Bilsenkrauts, das Alkaloid Hyoscyamin, ist noch heute Bestandteil vieler Medikamente. Es wird bei starken krampfartigen Schmerzen angewendet und ist Hauptbestandteil des Präparats Buscopan, das bei starken Schmerzen und Spasmen verwendet wird.


Met als „halluzinogen“

In Europa wie in Kleinasien war man in der Antike und im Mittelalter was alkoholische Getränke und halluzinogene betraf sehr experimentier-orientiert im positiven Sinn bzw. wussten die Menschen um die Wirkung von „halluzinogene“ (so werden sie heute nach der „Schulmedizin“ bezeichnet, die Anwendung hatte damals einen anderen Sinn).

Wein, Bier und natürlich auch Met wurde mit Opium, Wermut (Artemisia absinthium), Stechapfel (Datura stramonium), indischem Hanf (Cannabis indica), Tollkirsche (Atropa belladonna) und weißem oder schwarzem Bilsenkraut (Hyoscyamus albus / niger) angereichert.

Diese Zugaben wurden zur „Bewusstseinserweiterung“, heidnischen Bräuchen, Feste, als „Wahrheitsserum“ oder Liebestrank etc. verwendet. Heiler, Kräuterfrauen und Männer wussten sehr genau, welcher Zutat es benötigte abhängig von dem Anlass.

Fliegenpilz-Met?

Folgt man den germanischen Überlieferungen so wurde dort der Met mit dem Fliegenpilz angereichert. Auch hier stand es nicht Vordergrund, eine berauschende Wirkung zu erzielen (so wie es heute gedeutet wird), sondern um ebenso wie die Wikinger, den Kontakt zu den Ahnen oder dem göttlichen herzustellen (Nahtoderlebnis / Außerkörperlicher Erfahrung).

Hierzu wurde ein mittelgroßer Fliegenpilz und je nach Wirkungsgrad des Pilzes oder Potenz, in einem halben Liter Met gekocht und anschließend abgeseiht (gesiebt).

Auch wurde die Huthaut vom Fliegenpilz genutzt um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Die getrocknete Huthaut wurde geraucht, aber auch verräuchert. Die Wirkung sollte dann nach etwa 15-30 eintreten und bis zu 6 Stunden angehalten haben.


Berserker T-Shirt für Männer und FrauenFliegenpilze, Met zur Steigerung des Kampfeswillens? Die Berserker.

Auf ihren Reisen und Expeditionen lernten natürlich auch die Wikinger jene Tränke kennen und schätzten. Met und andere alkoholische Getränke wurden gerne mit andere „halluzinogene“ angereichert.

Möglicherweise liegt bei solchen Zugaben das Geheimnis der Berserker. Besonders furchtlose Wikinger Krieger, die ähnlich wie die Delis in der osmanischen Armee vor der Schlacht oder dem Kampf solch einen Trank zu sich nahmen.

Bei den Berserker kann man aber auch vermuten das diese sich den Fliegenpilz zu eigen machten. Das kauen von kleinen Fliegenpils-Stücke kann Leistungssteigernd wirken. Vielleicht war das der Grund für die uns heute noch bekannte „Berserker-Wut“? Alkohol und Bilsenkraut konnten dazu beitragen, die natürliche Furcht zu kompensieren. Die Berserker waren bekannt dafür, dass sie sich ohne Rücksicht auf das eigene Leben in den Kampf stürzten und dabei eine sprichwörtliche „Berserkerwut“ entfalteten. Waren die Wikinger schon gefürchtet, standen die damaligen Zeitgenossen den Berserker mit Entsetzen gegenüber.


Selber Met, Bier herstellen? Rezepte?

Angemerkt sei hier das Buch von Johann Heinrich Kaven „Der vollkommene Bierbrauer“. Geschrieben bzw. veröffentlicht wurde das Buch 1795. Das Buch ist ein wahres Meisterwerk zu dem Thema „Bierbrauer“. Auch findet man in diesem Buch viel zu dem Thema Met sowie eine Anleitung um gutes Met zu sieden.

Zitat:

„Man nimmt auf ein Teil frisches Honigs, acht Teil frisch lauter Brunnenwasser, tut es zusammen in einen kupfernen verzinnten Kessel, setzet solchen über ein helles Feuer, und lässt es zusammen sieden, und sobald sich etwas auswirft, muss man es fleißig verschaumen, will man aber solchen frisch hinweg trinken, so muss man ihn nicht zu dicke einsieden lassen, will man ihn aber auf eine Zeitlang verwahren, so lässt man ihn so lange sieden, bis er klebrig wird, alsdann in ein Fass getan, aber es muss auf zwei quer Finger breit ledig sein, und stehen, wegen des Jährens.

Man mag auch Zimt, Muskatenblumen, Negelein, Cardamönlein, Ingwer und Galgant in einem leinen Säcklein darein hängen, auch der Farbe wegen etwas Safran, und als verjähren lassen. Und wenn er verjohren, soll er drei Monat lang hart verstopft liegen bleiben, und darnach getrunken werden.“

Natürlich gibt es auch andere und gute Literatur zu diesem Thema. Wer jedoch die Möglicht hat und ein Exemplar von Johann Heinrich Kaven erwerben kann, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.


Met, heute so wie damals ein beliebtes Getränk

Met war aber vor allem ein leicht herzustellendes Getränk, das als gesund und stärkend galt und auch von Frauen und Kindern konsumiert wurde. Die Beliebtheit dieses traditionsreichen Getränks ist nicht nur in der Esoterik ungebrochen.

Die Rezepturen sind fast so vielseitig wie die Kulturgeschichte des Met. Heiß oder kalt, pur oder mit Fruchtsäften, als Cocktail mit Wodga oder Absinth gemischt oder als Zugabe in den Tee gegossen ist Met nach wie vor eine Bereicherung und nicht bloß für Wikinger tauglich.

In diesem Sinne, En skål för friheten!

Met, Honigwein online bestellen und kaufen

Deine Meinung und Wissen zählt, schreibe uns einen Kommentar

Weitere spannende Beiträge

Met, Honigwein – Göttertrank der Wikinger
4.4 10