Der Göttervater, Odin oder Wotan, Wodan

Bei den Wikinger bzw. in der nordischen oder germanischen Mythologie nimmt Odin einen besonderen Platz ein, sowohl als oberster oder höchster Gott der Asen als auch in seinem Wesen selbst, denn von allen Asen im Götterhimmel Asgard ist Odin die komplexeste Figur oder Gestalt in seinem Handeln und Wirken.

Auch verbinden die meisten Menschen mit Odin verschiedene Mythen, wodurch sich Odin von den anderen Göttern besonders herausstellt, im positiven Sinn. Im nordgermanischen ist die Bezeichnung Odin die gebräuchlichste, während im südgermanischen oder in den Überlieferungen aus dem südgermanischen die Bezeichnung „Wodan“ oder „Wotan“ verwendet wird oder bekannt ist.

Der Göttervater, Odin oder Wotan, Wodan


Odin der „Rabengott“, seine Suche nach Weisheit, Erkenntnis und die Raben Hugin und Munin

Wissensdurst, Odin seine Suche nach Erkenntnis und Weisheit, diese Tugenden oder dieses Streben finden wir immer wieder in den germanischen oder nordischen Überlieferungen.

Eine wichtige Rolle bei diesem Streben nach dem allumfassenden Wissen spielen dabei die beiden Raben Hugin (isländisch Huginn) und Munin (isländisch Muninn), welche auf den Schultern von Odin sitzen, und die von Odin jeden Tag als Boten ausgesendet werden um ihn von dem Geschehen in den Welten zu berichten.

Hugin bezeichnet oder gehört zu dem altnordischen Verb „huga“ bzw. „denken“ und „muna“ steht für die „Erinnerung“ oder „sich erinnern“.

Die Bezeichnung Rabengott bezieht sich bei den Wikinger also auf diese beiden Raben, Hugin und Munin, welche Odin dabei helfen seinen Wissensdurst und die die Suche nach Erkenntnis zu stillen.

Odin der Einäugige, sein Selbstopfer am Brunnen der Weisheit (Mimir)

Wie zu Beginn dieses Beitrags schon geschrieben, zählen die Suche nach Erkenntnis, Wissen und Wahrheit, der allumfassenden Weisheit zu den wichtigsten Eigenschaften Odins.

Als Göttervater verlangt er dieses von sich selbst. Wer, wenn nicht er selbst als Schöpfer der Welten muß dieses Wissen erlangen? Wer, wenn nicht er selbst soll den anderen Göttern (Asen) alle ihre Fragen beantworten können und ihnen erklären warum die Welt(en) das sind, was sie sind?

Auf seiner Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Wissen begibt sich Odin auf seiner Reise zu dem Riesen Mimir, der die Urquelle des Wissens unter dem Weltenbaum Yggdrasil (Baum der Weisheit oder Weltenesche) bewacht bzw. dessen Hüter ist und von der Mimir selbst trinkt. Odin gelingt es jedoch nicht den Riesen davon zu überzeugen, ihm einen Schluck aus der Quelle zu gewähren, denn Odin gibt sich nicht als Göttervater zu erkennen und Mimir betrachtet ihn deswegen als nicht würdig.

Schlußendlich spricht Mimir; opfere mir eines deiner Augen und ich lasse dich aus der Quelle der Weisheit trinken. Ohne zu zögern bringt Odin dieses Selbstopfer um seinen Wissensdurst zu stillen. In diesem Moment erkennt Mimir dass es der Allvater Odin ist, dem er gerade dieses Selbstopfer abverlangt hat. Aus diesem Grund heraus finden wir Odin auf Abbildungen oft mit nur einem Auge und auch deswegen wird er oft als der „Einäugige“ beschrieben.


Odin Fund, Darstellung

Eine Odin Darstellung auf seinem magischen Thron „Hlidskialf“.

Bei Ausgrabungen gefunden in Dänemark, Gammel Lejre.


Yggdrasil, Odins Selbstopfer am Weltenbaum, der Weltenesche

Neben seinem Selbstopfer am Brunnen der Weisheit, brachte Odin auch ein weiteres Selbstopfer am Weltenbaum Yggdrasil.

Neun Tage und Nächte hängte sich der Göttervater Odin am Weltenbaum oder der Weltenesche Yggdrasil auf, um auch hier noch mehr Weisheit und Erkenntnis zu erlangen, denn dies war sein höchstes Streben.

Das Christentum „übernahm“ diesen als Symbol zu verstehenden Akt als die uns heute bekannte „Wiederauferstehung“ oder machte sich diese später zu eigen, wie auch viele andere Überlieferungen aus der nordischen oder germanischen Mythologie, die wir heute im Christentum finden.

Die Tiere Odins, seine Wegbegleiter

Zu den Wegbegleiter Odins oder dessen Tiere zählen neben den beiden Raben Hugin und Munin, welche auf Odins Schultern sitzen und ihm als seine Späher dienen bzw. als Ersatz seiner fehlenden Sehkraft durch sein Selbstopfer am Brunnen der Weisheit, noch drei andere Tiere welche wir in der nordischen oder germanischen Mythologie finden, beschrieben werden.

So zum Beispiel Sleipnir, das Achtbeinige Pferd mit dem Odin als höchster Gott der Asen jeden Tag bzw. Morgen über die Welten reitet und das ihm zu Ragnarök (Ragnarok, den Weltenbrand oder Götterdämmerung) treu zur Seite steht.

Des Weiteren zählen zu den Wegbegleiter Odins die beiden Wölfe Geri und Freki, im altnordischen „der Gierige / Räuberische“ und „der Gefräßige / Begehrliche“. Beide Wölfe begleiten den Allvater auf der Jagd und dienen ihm treu als „Beschützer“. In der Edda finden Geri und Freki sowie Odin Erwähnung in Bezug auf Walhall (Trank und Speisen).


Asgard und der Allvater, Odins Sitz

Asgard, der Sitz der Götter. Hier herrscht Odin bzw. der Allvater als oberster Gott der Asen über zwei Burgen oder „Paläste“. Die eine Burg oder Palast nutzt Odin um einen Blick über die Welten zu haben oder das Weltgeschehen zu beobachten. Die andere Burg oder Palast hingegen werden für Versammlungen der Asen genutzt, hier berät sich Odin mit den anderen Göttern.

Eine weitere und wichtige Funktion der zweiten Burg (Palast) ist Walhall (altnordisch Glaðsheimr). Odin ließ hier einst Walhall errichten für tapfersten Krieger (Menschen) aus Midgard die im Kampf gefallen sind, denn er wußte dass er zu Ragnarök den drei Nachkommen von Loki (Hel, Midgardschlange, Fenrir) zahlenmäßig unterlegen sein würde. So entschied Odin das nur die tapfersten, und jene die den Tod im Kampf gefunden haben, Einlass nach Walhall gewährt wurde. Dies schaffte ein Gleichgewicht, die Asen waren Zahlenmäßig unterlegen, hatten aber zugleich die tapfersten Krieger an ihrer Seite.

Odin wird oft auch als „Gott der Erschlagenen“ oder „Kriegsgott“ bezeichnet, denn neben seiner stetigen Suche nach Weisheit galten die Asen bzw. Odin auch als „Kriegslustig“ und starke Götter. Es war die Weisheit und die Stärke Odins, welche die Wikinger ehrten. Die Wikinger wußten (glaubten), dass nur die tapfersten und jene die im Kampf den Tod finden von den Walküren auserwählt werden und einen Platz in Walhall erlangen bzw. an der Seite Odins, den weisesten und stärksten der Asen zu Ragnarök an dessen Seite kämpfen werden.

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