Wikingerstadt York

Wikingerstadt York
© Del-Ink / Fotografie

Die Wikinger übernahmen York von den Angelsachsen und machten es zur Hauptstadt eines eigenen Königreichs. Skandinavische Kaufleute kamen mit ihren Schiffen von der Nordsee die Ouse hinauf (im Vordergrund) wie schon die Römer vor ihnen.

Hinter dem Münster von York sieht man die Mauern der mittelalterlichen Stadt, erbaut auf den Wällen des römischen Forts, die man auch zur Verteidigung der Wikingerstadt benutzte.

In York ließen sich die Dänen in einer schon blühenden angelsächsischen Stadt nieder, die bereits über feste Handelsbeziehungen, besonders mit Friesland, verfügte. Man erschloss neue Verbindungen mit Skandinavien und um das Jahr 1000 soll York „voll der Schätze von Händlern meist dänischer Rasse” gewesen sein.

Intensive gewerbliche, kommerzieller Nutzung

Die Wikingerstadt York besaß ein Gebiet intensiver gewerblicher und kommerzieller Tätigkeit südlich der römischen Befestigung in dem Winkel, den die Flüsse Ouse und Foss bilden (allerdings war der Lauf des letzteren ein wenig anders als heute). Die nordwestlichen und nordöstlichen Mauern der römischen Befestigung hatte man erhalten und benutzte sie weiter (sie stehen heute noch, überbaut von den mittelalterlichen Befestigungen), aber an den anderen Seiten waren die Mauern verfallen und die Steine waren geraubt.

Im Nordosten hatte man die alte Mauer durch eine Uferbefestigung aus Ziegelsteinen entlang dem Foss-Fluss verlängert und an den nicht mit Mauern versehenen Seiten hielt man die Flüsse wohl für einen ausreichenden Schutz. Auf dem befestigten Gebiet lagen das angelsächsische Münster, etwa an der Stelle seines großen Nachfolgers, und vermutlich auch der Palast der Wikingerkönige.

Ausgrabungen

Ausgrabungen durch den York Archaeological Trust in den voll Wasser gesogenen Schichten des anglo-skandinavischen York haben Einzelheiten der Werkstätten aus dem 10. Jahrhundert (Coppergate) enthüllt, sowie viele Abfälle von Drechslereien neben denen anderer Handwerkszweige. In High Ousegate entdeckte man zu Beginn dieses Jahrhunderts Gerbgruben; Häute verarbeitete man in Pavement und Schuster arbeiteten in Feasegate und Hungate. In der Vorstadt jenseits der Ouse fand man um die Kirche von St. Mary-Bishophill Junior Wikingergräber über Schichten mit Überresten einer Fischverarbeitungsanlage.

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